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Daniel Woodrell: Winters Knochen

Die 16-jährige Heldin des Buches, Ree Dolly, ist ein absolut toughes Mädchen in einer großenteils brutalen und lieblosen Umgebung des winterlichen Missouri. Sie bringt Dinge zustande, die viele Erwachsene nicht schaffen würden. Allerdings bleibt ihr auch nichts anderes übrig, denn Ree Dolly ist die einzige, die ihre Familie zusammenhält. Ihre beiden Eltern sind da ein Totalausfall. Der Vater Jessup – ein stadtbekannter und hervorragender Meth-Kocher – ist nach seiner Inhaftierung und Entlassung auf Kaution spurlos verschwunden und hinterlässt nichts außer Problemen. Die Mutter ist nach zu heftig gelebtem Leben in einer Art Nirvana verschwunden, döst den ganzen Tag vor sich hin und ist quasi an ihren Sessel gekettet. Auch von ihr ist keinerlei Hilfe zu erwarten. Und so muss eben Ree sich um die beiden jüngeren Brüder kümmern und nebenbei versuchen, ihr Dach über dem Kopf zu sichern. Es droht die Zwangsenteignung, da Jessup zu einem Gerichtstermin nicht erschienen und damit flüchtig ist, als Kaution allerdings das Haus verpfändet hat. Ree bleibt nur noch wenig Zeit, ihren Vater zu finden oder zu beweisen, dass er tot ist, bevor die Familie das Haus verliert. So macht sie sich innerhalb ihrer riesigen, weitverzweigten und großenteils feindlichen, kriminellen Sippe unbeirrt auf die Suche nach Informationen zum Verbleib ihres Vaters. Permanente Drohungen, sich aus dieser Angelegenheit herauszuhalten und auch die Tatsache, dass Frauen der Familie Ree krankenhausreif prügeln, können sie nicht aufhalten.
Mit Ree hat Daniel Woodrell eine sympathische und verantwortungsvolle Hauptperson geschaffen, die nicht aufsteckt und trotz aller nach außen zur Schau gestellten Härte sehr liebevoll ist. Mit allen Mitteln verteidigt sie ihre Familie und ihre Liebe zur Mutter und zu den Brüdern gegen alle Widrigkeiten. Nie larmoyant, sehr sachlich aber mit tiefem Verständnis beschreibt der Autor die Geschichte dieser außergewöhnlichen Familie am armen Rand der amerikanischen Gesellschaft. Ein absolut gelungener Roman, der den Leser mitreißt. 2010 wurde die Verfilmung auf dem bekannten Sundance Film Festival mit dem Preis des besten Films ausgezeichnet.
Das Buch im Katalog der Bibliothek im zib...
Zehrer, Klaus Cäsar & Fil:
Der Kackofant
Kinder werden es lieben. Erwachsene werden schmunzeln oder über diese Empfehlung den Kopf schütteln.
Der Kackofant düngt das Feld, löscht das Feuer, rettet verirrte Kinder und baut Sandburgen, aber eben auf sehr imposante und müffelige Art und Weise.
Die Bilder sind witzig, die Reime eingängig – der Kackofant ist ein würdiger Nachfolger für den „Kleinen Maulwurf, der wissen wollte wer ihm auf den Kopf gemacht hat!“.
Das Buch im Katalog der Bibliothek im zib...
Anne Tyler: Verlorene Stunden
Der 60-jährige Liam Pennywell wird arbeitslos. Mit seiner Arbeit war es sowieso immer weiter bergab gegangen, daher ist Liam nicht besonders traurig darüber. Aus finanziellen Gründen beschließt er, eine kleinere Wohnung in einem anderen Stadtviertel zu beziehen. Nach dem Einzug wird Liam schnell klar, dass er sich nun an der Endstation seines Lebens befindet, da er sich sozial immer mehr isoliert hat und ihm nun auch keine Arbeit mehr Lebensinhalt gibt.
Er schläft ein und wacht im Krankenhaus mit einer Kopfverletzung infolge eines Überfalls in seiner Wohnung wieder auf. Allerdings fehlen ihm die Erinnerungen an diesen Überfall, und fast besessen macht er sich daran, diese wiederzuerlangen. Nach und nach findet er dadurch ins Leben zurück und begegnet im Vorbeigehen noch einmal der Liebe in Form der jungen Eunice, die er als Gedächtnishelferin engagieren möchte.
Die Tatsache, dass seine jüngste Tochter überraschend bei ihm einziehen möchte ermöglicht es ihm, die Distanz zu seiner Exfrau und seinen Töchtern ein wenig zu überwinden. Letztendlich findet er eine stille Zufriedenheit, der auch die Tatsache, dass er die Erinnerung an den Überfall nicht wiedererlangt und die Liebesbeziehung zu Eunice scheitert, nichts mehr anhaben kann.
Anne Tyler ist eine Meisterin der leisen Töne, die mit viel Sympathie und äußerst realitätsnah das Leben eines einsamen Mannes schildert, der dem Leser trotz manches Unverständnisses sehr ans Herz wächst.
Das Buch im Katalog der Bibliothek im zib...
Fortbildung, Freizeit
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